Kongregation für die Glaubenslehre

Verfahrensrechtliche Bestimmungen über die Vornahme eines Prozesses der Ehelösung zu Gunsten des Glaubens ("Privilegium Petrinum")

 

 

Hinweis: Aufgrund elektronischer Erfassung des lateinischen Textes kann keine Gewähr für dessen Richtigkeit übernommen werden.
HTML-Umsetzung: Stefan Ihli.

 

 

Lateinischer Urtext Deutsche Übersetzung
von Dr. iur. can. Norbert Reuhs, Bischöfliches Offizialat der Diözese Rottenburg-Stuttgart (Abdruck mit freundlicher Genehmigung des Übersetzers)
PARS I TEIL I
Art. 1
Matrimonium initum a partibus, quarum saltem una non sit baptizata, a Romano Pontefice solvi potest in favorem fidei, dummodo matrimonium ipsum non fuerit consummatum postquam ambo coniuges baptismum receperunt. Die Ehe, die von Teilen eingegangen wurde, von denen wenigstens einer nicht getauft war, kann vom Papst zu Gunsten des Glaubens aufgelöst werden, sofern die Ehe nicht vollzogen wurde, nachdem beide Eheleute die Taufe empfangen haben.
Art. 2
Congregationis pro Doctrina Fidei est singulos casus examinare et, si expedit, Summo Pontifici petitionem ad gratiam impetrandam subicere. Es ist Aufgabe der Glaubenskongregation, die einzelnen Fälle zu prüfen und wenn dies angezeigt ist, dem Papst die Bitte zu unterbreiten, um die Gunst zu erlangen.
Art. 3
Episcopus dioecesanus et ipse in iure aequiparati, vel Episcopus eparchialis, competentes sunt ad instruendum processum. Der Diözesanbischof und die ihm von Rechts wegen Gleichgestellten, z. B. der Eparchialbischof, sind befugt, den Prozess zu instruieren.
Art. 4

Ad solutionis vinculi gratiam concedendam requiritur ut, momento concessionis:

Um die Auflösung des Ehebandes gewähren zu können, ist verlangt, dass im Moment der Gewährung:
nulla adsit possibilitas restaurandi consortium vitae coniugalis, keine Möglichkeit besteht, das Eheleben wieder herzustellen;
pars oratrix non fuerit causa culpabilis, exclusiva vel praevalens, naufragii convictus coniugalis, negue pars, quarum contrahendum vel convalidandum sit novum coniugium, sua culpa provocaverit coniugum separationem. die bittstellende Partei nicht ausschließlich oder überwiegend schuld am Scheitern des Ehelebens war und der Teil, mit dem die neue Ehe geschlossen bzw. konvalidiert werden soll, die Trennung der Ehegatten nicht durch seine Schuld herbeigeführt hat.
Art. 5
§ 1

Si pars catholica novum matrimonium intendit contrahere vel convalidare cum persona non baptizata vel baptizata non catholica, declaret se paratam esse pericula a fide deficiendi removere atque pars acatholica declaret se paratam esse relinquere parti catholicae libertatem propriam religionem profitendi atque filios catholice baptizandi et educandi.

§ 1 Wenn der katholische Teil eine neue Ehe eingehen oder konvalidieren will mit einer ungetauften oder einer außerhalb der katholischen Kirche getauften Person, muss er erklären, bereit zu sein, die Gefahr, vom Glauben abzufallen, abzuwehren. Der nicht in der katholischen Kirche getaufte Teil muss erklären, dem katholischen Teil die Freiheit zu lassen, die eigene Religion zu bekennen sowie die Kinder katholisch zu taufen und zu erziehen.
§ 2 Gratia solutionis non conceditur nisi haec declaratio in scriptis ab utraque parte subsignata fuerit. § 2 Die Gunst der Auflösung wird nicht gewährt, wenn diese Erklärung nicht schriftlich erfolgt und von beiden Teilen unterschrieben wird.
Art. 6
Processus instrui nequit pro solutione vinculi matrimonii quod contractum vel convalidatum sit post obtentam solutionem prioris matrimonii in favorem fidei, nec examini apud Congregationem pro Doctrina Fidei proponi. Ein Verfahren zur Auflösung einer Ehe zugunsten des Glaubens kann nicht geführt werden bei einer Ehe, die geschlossen oder konvalidiert wurde nach der Auflösung einer früheren Ehe zu Gunsten des Glaubens. Es kann nicht zur Bearbeitung bei der Glaubenskongregation vorgelegt werden.
Art. 7
§ 1

Petitio pro solutione vinculi matrimonii non-sacramentalis irriti cum dispensatione ab impedimento disparitatis cultus Summo Pontifici praesentari potest si pars catholica novas nuptias cum persona baptizata inire intendat.

§ 1 Die Bittschrift um Auflösung einer nicht-sakramentalen Ehe, die mit Dispens vom Ehehindernis der Religionsverschiedenheit geschlossen wurde, kann dem Papst vorgelegt werden, wenn der katholische Teil eine neue Ehe mit einer getauften Person eingehen will.
§ 2 In eodem casu, petitio Summo Pontifici praesentari potest si pars non baptizata baptismum recipere et novas nuptias cum parte baptizata inire intendat. § 2 Im gleichen Fall kann die Bittschrift dem Papst vorgelegt werden, wenn der nichtgetaufte Teil die Taufe empfangen und die Ehe mit einem getauften Teil eingehen will.
§ 3 Preces ad Congregationem pro Doctrina Fidei Episcopus ne dirigat si prudens adsit dubium circa conversionis sinceritatem partis oratricis vel partis desponsae, quamvis una vel utraque baptismum receperit. § 3 Der Bischof soll eine Bittschrift an die Glaubenskongregation nicht weiterleiten, wenn ein begründeter Zweifel hinsichtlich der Ernsthaftigkeit der Konversion des bittstellenden oder des verlobten Teils besteht, selbst wenn eine oder beide Teile die Taufe empfangen haben.
Art. 8
Cum agitur de matrimonio a catechumeno ineundo, nuptiae differantur post baptismum; quod si hoc ob graves causas fieri non potest, certitudo moralis habeatur de proxima baptismi receptione. Wenn es sich um eine Ehe handelt, die von einem Katechumenen eingegangen werden soll, soll die Hochzeit bis nach der Taufe verschoben werden; wenn dies aus schwerwiegenden Gründen nicht geschehen kann, muss der baldige Empfang der Taufe mit moralischer Gewissheit feststehen.
Art. 9
Quoties sunt speciales difficultates de modo quo pars oratrix suis obligationibus erga coniugem priorem et prolem forte susceptam satisfacere intendat, aut scandalum timendum sit ex gratiae concessione, Episcopus Congregationem consultat. Sooft besondere Schwierigkeiten bestehen in der Weise, wie die bittstellende Partei ihren Verpflichtungen hinsichtlich des früheren Ehepartners und der Kinder nachzukommen gedenkt, oder wenn ein Skandal zu befürchten ist, wenn die Gunst gewährt wird, soll der Bischof die Kongregation um Rat angehen.
Art. 10
Sive in processu apud Episcopum sive in examine apud Congregationem pro Doctrina Fidei, si positive dubitetur ex aliquo capite de validitate ipsius matrimonii cuius solutio petita est, preces ad Romanum Pontificem dirigantur facta mentione eiusdem dubii. Wenn in dem Verfahren beim Bischof oder in der Untersuchung bei der Glaubenskongregation Zweifel an der Gültigkeit der Ehe, um deren Auflösung gebeten wird, auftauchen, soll die Bittschrift an den Papst eingereicht werden unter Erwähnung dieser Zweifel.
PARS II TEIL II
Art. 11
§ 1

Processus instructionem Episcopus vel peragat per se ipsum vel commitat instructori selecto aut ex tribunalis iudicibus aut ex personis ab ipso ad hoc munus approbatis, adsistente notario, et interveniente defensore vinculi.

§ 1 Der Bischof führt die Untersuchung entweder selber durch oder überträgt sie einem Untersuchungsrichter, den er aus dem Kreis der Diözesanrichter auswählt oder aus dem Kreis derer, die er für diese Aufgabe ermächtigt. Ein Notar hat zugegen zu sein, der Ehebandverteidiger ist zu beteiligen.
§ 2 Huiusmodi commissio scripto facienda est et de ea constare debet in actis. § 2 Die Bestellung hat schriftlich zu erfolgen und ist in den Akten zu vermerken.
Art. 12
§ 1

Asserta probari debent ad normam iuris, sive documentis, sive depositionibus testium fide dignorum.

§ 1 Behauptungen sind nach den Vorschriften des Rechts entweder durch Dokumente oder durch glaubhafte Zeugenaussagen zu beweisen.
§ 2 In instructione uterque coniux audiatur. § 2 Beide Ehegatten sind in der Untersuchung zu hören.
§ 3 Partium declarationibus vis plenae probationis tribui nequit, nisi accedant alia elementa quae eas corroborent et ex quibus certitudo moralis efformari possit. § 3 Parteienerklärungen kann volle Beweiskraft nicht zuerkannt werden, wenn nicht weitere Beweiselemente hinzukommen, die sie bekräftigen und aus denen sich moralische Gewissheit bilden kann.
Art. 13
§ 1

Documenta tum originalia tum in authentico exemplari exhibita a notario recognosci debent.

§ 1 Dokumente, seien es Originale oder Abschriften, müssen vom Notar geprüft werden.
§ 2 Documenta ad Congregationem pro Doctrina Fidei transmittenda sint integra et quidem exemplari recognito ab Episcopi notario. § 2 Dokumente müssen an die Glaubenskongregation vollständig und in Abschrift, die vom Bischöflichen Notar anerkannt sein muss, geschickt werden.
Art. 14
§ 1

Examen partium et testium fit ab instructore, citato defensore vinculi, cui assistat oportet notarius.

§ 1 Die Vernehmung der Parteien und Zeugen geschieht durch den Untersuchungsrichter unter Ladung des Ehebandverteidigers und Zuziehung eines Notars.
§ 2 Instructor partibus et testibus iusiurandum de veritate dicenda vel de veritate dictorum deferat; si quivis renuat illud emittere, iniuratus audiatur. § 2 Der Untersuchungsrichter hat den Parteien und Zeugen den Voreid, die Wahrheit sagen zu wollen, oder den Nacheid, die Wahrheit gesagt zu haben, aufzuerlegen; weigert sich jemand, ist er unvereidigt zu vernehmen.
§ 3 Instructor partes et testes interroget secundum quaestionarium antea paratum, a semetipso vel a vinculi defensore; alias interrogationes, si casus ferat, addere potest. § 3 Der Untersuchungsrichter hat die Parteien und Zeugen anhand eines Interrogatoriums zu befragen, das vorher entweder von ihm selbst oder vom Ehebandverteidiger gefertigt wurde; er kann gegebenenfalls andere Fragebögen hinzufügen.
§ 4 Responsiones subsignari debent a parte, ab ipso instructore necnon a notario. § 4 Die Antworten müssen von der Partei, dem Untersuchungsrichter und dem Notar unterzeichnet werden.
Art. 15
§ 1

Si altera pars vel testis coram instructore se sistere ac deponere renuat vel nequeat, eorum declarationes coram notario vel quovis alio legitimo modo, dummodo constet de earum genuinitate et authenticitate, acquiri possunt.

§ 1 Wenn die Gegenseite oder ein Zeuge vor dem Untersuchungsrichter nicht erscheinen und aussagen will oder kann, können deren Aussagen bei einem Notar oder auf eine andere rechtmäßige Weise, sofern deren Echtheit und Authentizität feststeht, beschafft werden.
§ 2 Absentia a processu alterius partis, ad normam iuris declarata, ex actis constare debet. § 2 Die Prozessabwesenheit der Gegenseite, die gemäß dem Recht erklärt wurde, muss auf Grund der Akten feststehen.
Art. 16
§ 1

Absentia baptismi in alterutro coniuge ita demonstranda est ut omne prudens dubium amoveatur.

§ 1 Das Fehlen der Taufe bei einem der beiden Gatten muss so dargelegt sein, dass jeder vernünftige Zweifel ausgeschlossen ist.
§ 2 Excutiantur testes, considerata eorum qualitate, prout obtinet in parentibus et consanguineis partis non baptizatae, vel illi qui huic adstiterunt tempore infantiae et totum eius cursum vitae noverunt. § 2 Als Zeugen sollen unter Beachtung deren Eigenschaften gehört werden die Eltern und Blutsverwandten der nicht getauften Partei oder jene Personen, die dieser in Kindheit nahe standen und den ganzen Lebenslauf kennen. 
§ 3 Testes interrogandi sunt, non tantum de absentia baptismatis, sed etiam de circumstantiis et indiciis, ex quibus probabile appareat baptismum non fuisse collatum. § 3 Die Zeugen sind nicht nur über das Fehlen der Taufe zu befragen, sondern auch über Umstände und Hinweise, aus denen es wahrscheinlich erscheint, dass die Taufe nicht gespendet wurde.
§ 4 Curandum est ut inspiciantur quoque libri baptizatorum in locis in quibus constat partem, quae dicitur non baptizata, infantili aetate vixisse, praesertim in ecclesiis quas ipsa forte frequentaverit vel in qua matrimonium celebravit. § 4 Es ist Sorge dafür zu tragen, dass auch die Taufbücher an jenen Orten geprüft werden, an denen der Teil, der nicht getauft sein soll, sich von Kindheit an aufhielt, besonders in jenen Kirchen, die sie besuchte und in der sie heiratete.
§ 5 Si matrimonium celebratum fuit cum dispensatione ab impedimento disparitatis cultus, exemplaria dispensationis necnon processiculi praematrimonialis instructor in actis acquirat. § 5 Wenn die Ehe mit Dispens vom Hindernis der Religionsverschiedenheit geschlossen wurde, soll der Untersuchungsrichter eine Abschrift der Dispenserteilung und des Vorverfahrens zu den Akten nehmen.
Art. 17
§ 1

Si tempore quo gratia solutionis petitur, coniux non baptizatus baptismum recepit, investigatio fieri debet de cohabitatione forte habita post baptismum; hac de re etiam testes interrogentur.

§ 1 Wenn in der Zeit, in der die Gunst der Auflösung erbeten wird, der nicht getaufte Gatte die Taufe empfängt, muss untersucht werden, ob sie nach der Taufe zusammen gelebt haben; darüber sind Zeugen zu befragen.
§ 2 Ipsae partes in causa interrogentur an post separationem aliquam et qualem inter se relationem habuerint, et praesertim an actum coniugalem perfecerint. § 2 Die Parteien selber sind zu befragen, ob sie nach der Trennung irgendeine und welche Beziehung zueinander hatten und besonders, ob sie den ehelichen Akt vollzogen haben. 
Art. 18
§ 1

Instructor informationes collige circa statum vitae alterius partis, nec referre omittat an ipsa post divortium novas nuptias attentaverit.

§ 1 Der Untersuchungsrichter soll Erkundigungen einziehen über den Status der Gegenseite; er soll es nicht unterlassen darzulegen, ob diese nach der Scheidung eine neue Ehe eingegangen ist.
§ 2 Interroget partes ac testes de causa separationis vel divortii, ita ut appareat cuiusnam fuerit culpa rupturae matrimonii vel matrimoniorum. § 2 Er soll die Parteien und Zeugen befragen nach dem Grund für die Trennung oder Scheidung, so dass erkannt werden kann, wer schuld war am Scheitern der Ehe bzw. der Ehen.
Art. 19
§ 1

Exhibendum est exemplar decreti divortii vel sententiae nullitatis civilis partium.

§ 1 Eine Abschrift des Scheidungsurteils oder der zivilen Nichtigerklärung der Ehe ist beizufügen.
§ 2 Si adsint, exhibenda sunt exemplaria decreti divortii vel sententiae nullitatis civilis et dispositivum sententiae canonicae nullitatis matrimonii quorumvis matrimoniorum ab alterutro desponso attentatorum. § 2 Falls vorhanden, sind Abschriften des Scheidungsurteils oder der zivilen Nichtigerklärung und der Urteile der kanonischen Nichtigerklärungen der Ehen vorzulegen, die beide Verlobten eingegangen sind.
Art. 20
§ 1

Instructor referat an pars oratrix prolem susceperit et quomodo providerit aut providere intendat, iuxta leges et facultates suas, ipsius prolis religiosae educationi.

§ 1 Der Untersuchungsrichter soll darlegen, ob die bittstellende Partei ein Kind hat und wie sie nach Maßgabe der Gesetze und Möglichkeiten für dessen religiöse Erziehung Sorge trug oder sorgen will.
§ 2 Instructor interrogare debet etiam circa obligationes vel morales vel civiles erga primum coniugem et prolem forte susceptam. § 2 Der Untersuchungsrichter muss fragen, ob die moralischen und gesetzlichen Verpflichtungen für den ersten Gatten und die Nachkommen erfüllt sind.
Art. 21
§ 1

Pars oratrix vel desponsa, si conversa et baptizata fuerit, interroganda est de tempore et intentione in suscipiendo baptismo.

§ 1 Die bittstellende Partei oder der verlobte Teil muss nach der Konversion und der Taufe gefragt werden nach dem Zeitpunkt und dem Motiv für die Taufe.
§ 2 De rationibus quae fuerunt causa baptismi, interrogandus est etiam parochus, praesertim circa probitatem partium. § 2 Der Pfarrer ist zu befragen nach den Gründen für die Taufe, insbesondere nach der Rechtschaffenheit der Teile.
Art. 22
§ 1

Expressis verbis referatur in actis de religiositate tum partis oratricis tum partis desponsae.

§ 1 Ausdrücklich muss in den Akten die Religiosität der bittstellenden Partei und des verlobten Teils dargelegt werden.
§ 2 Documenta baptismi vel professionis fidei vel utriusque in actis acquirenda sunt. § 2 Dokumente über die Taufe, das Glaubensbekenntnis oder über beide sind zu den Akten zu nehmen.
Art. 23
Instructione peracta, Instructor acta omnia remíttat, omissa autem eorum publicatione, cum apta relatione ad vinculi defensorem, cuius est invenire rationes, si adsint, quae solutioni vinculi obstent. Nach Abschluss der Untersuchung soll der Untersuchungsrichter alle Akten mit einem geeigneten Bericht dem Ehebandverteidiger zuleiten, dessen Aufgabe darin besteht, gegebenenfalls die Gründe, die gegen eine Auflösung des Ehebandes sprechen, vorzubringen. Die Aktenoffenlegung entfällt. 
Art. 24
§ 1

Episcopus actis omnibus receptis exaret votum circa petitionem in quo referatur adamussim de adimpletis pro concessione gratiae condicionibus, praesertim an cautiones, de quibus in art. 5 datae sint.

§ 1 Nach Erhalt der Akten erstellt der Bischof ein Votum, in dem er genau darlegt, ob die Bedingungen für die Gewährung der Gunst erfüllt sind, insbesondere die Kautionen, die unter Art. 5 aufgeführt sind.
§ 2 Causae quae gratiae concessionem suadeant exprimantur, semper addendo an pars oratrix novum matrimonium quovis modo iam attentaverit vel in concubinatu vivat. § 2 Er führt aus, aus welchen Gründen die Gunst gewährt werden soll. Immer legt er dar, ob die bittstellende Partei eine Ehe welcher Art auch immer schon eingegangen ist oder im Konkubinat lebt.
Art. 25
§ 1

Episcopus transmittat ad Congregationem pro Doctrina Fidei tria exemplaria actorum omnium typographice transcripta una cum voto suo et animadversionibus defensoris vinculi, indice materiae et summario munita.

§ 1 Der Bischof leitet drei mit Maschine geschriebene Exemplare der Akten zusammen mit seinem Votum und den Animadversiones des Ehebandverteidigers an die Glaubenskongregation; beigefügt sind Inhaltsverzeichnis und Summarium.
§ 2 Curetur etiam ut acta causae lingua ac stylo loci exarata in unam ex recognitis in ordinamento Romanae Curiae vertantur addita asseveratione juramento firmata de eorum fideli transcriptione et versione. § 2 Er sorgt dafür, dass die Akten, die in der Sprache und dem Stil des Landes verfasst sind, übersetzt werden in eine der Sprachen, die von der römischen Kurie anerkannt sind; er legt die beeidete Beteuerung bei, dass die Akten getreu übertragen und übersetzt sind.